Marianne mettler
DE
« Wenn die Zeit keine Zeit hat zu warten », 2026
Video Installation mit Stuhl und Kopfhörer, Loop, Ton, 04:03 Min
Konzeptionell:Metapher für Überwachung/Simulierte Interaktivität
Warten als eine körperlich spürbare Erfahrung.
Das Video ist ein hybrides Experiment: Die vielschichtigen analogen Erfahrungen der Künstlerin in Mixed Media Techniken ermöglichten es ihr, Teile ihrer Idéen durch präzise KI-Prompts digital umzusetzen. Die Algorithmen agierten dabei als unsichtbare Regisseure. Sie übersetzten ihre haptischen Skizzen und materialen Experimente in die fließenden Linien des Projektes.
Das Werk übersetzt das Warten in eine körperlich spürbare Erfahrung. In einer von Beschleunigung geprägten Gegenwart ruft die stille, repetitive Bildsprache ein Gefühl von Unbehagen und Ausgeliefertsein hervor.
Im Zentrum steht eine reduzierte Projektion, deren Bild sich aus langsam gleitenden Linien zusammensetzt. Diese stetige, kaum merkliche Bewegung macht Zeit visuell erfahrbar, während eingeblendete Texte ein imaginäres Gegenüber entwerfen und eine Antwort andeuten, die jedoch ausbleibt.
Obwohl das Werk ohne Sensoren oder echte Interaktion auskommt, entfaltet es eine Dramaturgie, die den Eindruck eines Dialogs mit der Besucher*in erzeugt. Hier offenbart sich die Paradoxie der Algorithmen: Sie simulieren eine Form von Bewusstsein und lösen damit genau die Überwachungsangst aus, die das Werk, unter anderem, thematisiert. Zeitlich versetzte Textsequenzen simulieren Reaktionen und erzeugen so die Illusion eines antwortenden Systems. Die Besucher*innen begegnen einer Form von simulierter Interaktivität, die zu einer zentralen ästhetischen Qualität der Arbeit wird. Die Installation zeichnet keine Personen auf und wird dennoch als überwachend empfunden.
Preis auf Anfrage
EN
“When Time Has No Time to Wait,” 2026
Video installation with chair and headphones, loop, sound, 04:03 min
Concept: Metaphor for surveillance / simulated interactivity
Waiting as a physically tangible experience.
The video is a hybrid experiment: the artist’s multifaceted analogue experiences with mixed-media techniques enabled her to translate parts of her ideas into digital form through precise AI prompts. The algorithms acted as invisible directors, translating her tactile sketches and material experiments into the flowing lines of the project.
The work translates waiting into a physically tangible experience. In a present shaped by acceleration, the quiet, repetitive visual language evokes a sense of unease and vulnerability.
At its centre is a reduced projection composed of slowly gliding lines. This continuous, barely perceptible movement makes time visually tangible, while overlaid texts construct an imagined counterpart and suggest a response that never arrives.
Although the work operates without sensors or actual interaction, it develops a dramaturgy that creates the impression of a dialogue with the visitor. Here, the paradox of algorithms becomes apparent: they simulate a form of consciousness and, in doing so, trigger precisely the anxiety of surveillance that the work explores, among other themes. Time-shifted text sequences simulate reactions, creating the illusion of a responsive system. Visitors encounter a form of simulated interactivity that becomes a central aesthetic quality of the work. The installation records no individuals, yet it is nevertheless experienced as surveilling.
Price on request